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Therapie bei Schwindel
Die Behandlung der verschiedenen Schwindelformen umfaßt medikamentöse, physikalische, psychotherapeutische und heutzutage nur noch selten operative Maßnahmen. Da die meisten Schwindelsyndrome einer spezifischen Therapie bedürfen, ist die richtige diagnostische Einordnung Grundvoraussetzung jeder Behandlung.
Im ersten Teil dieser Übersicht wurden die allgemeinen Therapieprinzipien beschrieben, im zweiten Teil soll auf die spezifische Behandlung der häufigsten peripher- und zentral-vestibulären sowie psychogenen Schwindelformen eingegangen werden.
Physikalisch-medizinische Behandlung
Gleichgewichtstraining und Lagerungsmanöver

Befreiungsmanöver

beim Benignen peripheren paroxysmalen Lagerungsschwindel

Schematische Darstellung des Sémont Lagerungsmanövers bei einem Patienten mit einem linksseitigen benignen peripheren paroxysmalen Lagerungsschwindel (BPPV).
Oben: in sitzender Ausgangsposition wird der Kopf um 45 Grad zum nicht betroffenen ("gesunden") Ohr gedreht;
Mitte: Lagerung des Patienten nach links, d.h. zum betroffenen Ohr unter Beibehaltung der Kopfposition (ca. 1 min liegen bleiben);
Unten: Im nächsten Schritt wird der Patient, unter Beibehaltung der Kopfdrehung, im raschen Schwung zum nicht betroffenen Ohr gekippt, wobei nun die Nase nach unten zeigt (ca. 1min liegen bleiben). Anschließend soll er sich aufrichten.
Frequenz: 3 x morgens, mittags und abends.
Die Lagerungsübungen bzw. Befreiungsmanöver beim BPPV führen in fast allen Fällen innerhalb weniger Tage zur Beschwerdefreiheit.

Film zum BPPV Befreiungsmanöver

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Film zum Gleichgewichtstraining

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Gleichgewichtstraining

Spezifisches Gleichgewichtstraining wird zur Verbesserung der zentral-vestibulären Kompensation peripher- und zentral-vestibulärer Schädigungen durchgeführt. Dabei werden spezielle Übungen für das vestibuläre, somatosensorische und visuelle/okulomotorische System durchgeführt, um zum Beispiel die Substitution der fehlenden vestibulären Information durch die anderen Systeme fördern.

Die Wirksamkeit dieser Therapie wurde tierexperimentell und klinisch sowohl bei akuten Läsionen als auch bei chronischen Schädigungen nachgewiesen.

Zentrale Kompensation einer peripheren vestibulären Tonusdifferenz (Labyrinthausfall)

Habituation zur Prävention von Bewegungskrankheit

Medikamentöse Behandlung
Antiepileptika
(Carbamazepin, selten Phenytoin)
Vestibularisparoxysmie
Paroxysmale Hirnstammattacken
Obliquus-superior-Myokymie
Vestibuläre Epilepsie
Antivertiginosa
(Antihistaminika: Dimenhydrinat,
Anticholinergika: Scopolamin)

ß-Rezeptorenblocker
(Metoprolol)


Valproinsäure

Topiramat

Symptomatische Behandlung
akuter zentral- oder peripher-
vestibulärer Störungen
Bewegungskrankheit

basiläre Migräne

Corticosteroide Akute Neuritis vestibularis
Betahistin

Morbus Menière

ototoxische Antibiotika (selten) Morbus Menière
4-Aminopyridin Downbeat-/Upbeat-Nystagmussyndrom
4-Aminopyridin, Azetazolamid Episodische Ataxie Typ 2
 
Psychologische/psychiatrische Behandlung
Da der sogenannte phobische Attackenschwindel in der Ambulanz die zweithäufigste Schwindelform ist, kommt der psychologischen/psychiatrischen Behandlung mit Verhaltenstherapie eine besondere Bedeutung zu.
 
Chirurgische Behandlung
Ist die Ursache von Schwindel zum Beispiel ein Akustikusneurinom oder ein Kavernom des Hirnstamms, so steht die chirurgische Behandlung ganz im Vordergrund. Darüber hinaus ist nur in seh seltenen Fällen von Morbus Menière oder Vestibularisparoxysmie eine Operation dann erforderlich, wenn die medikamentöse Behandlung nicht erfolgreich ist. Die Perilymphfistel kann ebenfalls chirurgisch therapiert werden. Bei den meisten anderen Schwindelformen ist die chirurgische Behandlung jedoch gegenüber den übrigen Behandlungsverfahren von untergeordneter Bedeutung.
   
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