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Bei der vieldeutigen
Angabe des Patienten, unter "Schwindel" zu leiden, ist sowohl
die sorgfältige Erhebung der Anamnese als auch die neuro-ophthalmologische
und neuro-otologische Untersuchung von besonderer Bedeutung. |
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Untersuchungsgang
Okulomotorik und vestibuläres System
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| Art der Untersuchung | Frage nach | |
| Inspektion:
Körper- und Kopfhaltung Stellung der Augenlider |
Neigung oder Drehung des Kopfes/Körpers Pose |
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| Augenposition/-motilität: |
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| Stellung
der Augen beim Geradeausblick Abdeck (Cover)-Test Untersuchung der Augen in den acht Endpositionen (bin- und monokulär) |
primärer
Fehlstellung, Spontan-, Fixationsnystagmus horizontaler oder vertikaler
Fehlstellung Bestimmung des Bewegungs-ausmaßes Frage nach Endstellnystagmus |
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| Blickhaltefunktion: Blick nach etwa 10° bis 40° horizontal bzw. 10° bis 20° vertikal und zurück nach 0° Langsame Blickfolge: horizontal und vertikal |
Blickrichtungsnystagmus: horizontal und vertikal Reboundnystagmus glatt oder sakkadiert |
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| Sakkaden:
horizontal und vertikal beim Umherblicken und gezielter Aufforderung |
Latenz, Geschwindigkeit, Zielgenauigkeit und konjugierten Bewegungen |
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| Optokinetischer Nystagmus (OKN): | ||
| horizontal
und vertikal mit OKN-Trommel oder Streifenband |
Auslösbarkeit, Schlagrichtung und Phase (Umkehrung?) |
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| Peripher vestibuläre Funktion: | ||
| Testung
des vestibulo- okulären Reflexes (VOR) (Halmagyi-Kopfimpulstest): Rasche Kopfdrehung und Fixation eines stationären Punktes |
ein-
oder beidseitige periphere vestibuläre Läsion |
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Fixationssuppression
des vestibulo-okulären Reflexes:
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| Kopfdrehung
und Fixation eines mit gleicher Geschwindigkeit bewegten Punktes |
Störung der Fixationssuppression | |
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| Untersuchung unter der Frenzel-Brille: | ||
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Blick geradeaus,
nach rechts, links, unten und oben Kopfschütteltest ("Head-shaking test") Auslösung von
Augenbewegungen und Schwindel durch Druckänderungen (Politzer-Ballon) |
Spontannystagmus
"Fistelzeichen"
(Perilymphfistel) |
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| Lagerungsmanöver (unter Frenzelbrille): | ||
| nach
rechts und links in Kopfhängelage, bei Drehung um die Körperlängsachse |
Peripherer
Lagerungsnystagmus Zentraler Lagenystagmus |
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| Stand- und Haltungsregulation: | ||
| Romberg Einfache und erschwerte Stand- und Gangproben: offene - geschlossene Augen ohne - mit Kopfreklination ohne - mit Ablenkungsmanövern (Zahlenschreiben auf die Haut, Rechnen) |
Schwanken,
Fallneigung funktionelle Komponente |
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| Apparative Zusatzuntersuchung | ||
| Psychophysische Bestimmung der Subjektiven Visuellen Vertikalen | Verkippung der Visuellen Vertikalen | ![]() |
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Fundusphotographie
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Verollung der Augen | ![]() |
| Elektronystagmographie | Durch die aufgeklebten Elektroden lassen sich horizontale und vertikale Augenbewegungen registrieren. | ![]() |
| Drehstuhl- und Drehtrommelanlage, in der die Patienten mit einem motorgetriebenen Stuhl gedreht werden, während die dadurch ausgelösten Augenbewegungen registriert werden können. | ![]() |
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| Mittels kalorischer Testung läßt sich die Erregbarkeit und damit die Funktion des horizontalen Bogengangs seitengetrennt erfassen. | ![]() |
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Der
Kopf des Patienten wird für die kalorische Prüfung nach Ausschluß einer
Läsion des Trommelfells in eine 60° Position gegenüber der Vertikalen
gebracht, in welcher der horizontale Bogengang annähernd vertikal ausgerichtet
und somit maximal kalorisch erregbar ist. |
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| Video-Okulographie (VOG) | Diese neuere nicht-invasive und vom Patienten gut tolerierte Technik erlaubt die Registrierung von Augen-bewegungen im Bereich von +40°. Die zweidimensionale Messung ist einfach, inzwischen Routine und auch im ambulanten Bereich weit verbreitet. Die zusätzliche Registrierung in der dritten Ebene (Augentorsion) ist nur mit bestimmten Geräten möglich und aufwendig. | ![]() |
| Posturographie | Zur Beurteilung der Stand- und Haltungsregulation lassen sich auf einer Plattform posturo- graphisch Körperschwankungen messen, die auch bei Gesunden infolge einer inhärenten physiologischen Standunruhe bestehen und bei vestibulären Erkrankungen verstärkt sind. |
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